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Erlebst Du einen Trancezustand, erlebst Du Trancephänomene. Woran Du einen Trancezustand an Dir selbst erkennen kannst, hatte ich in einem früheren Blog beschrieben (trance-auch-du-warst-heute-schon-in-selbsthypnose/). Heute möchte ich darauf eingehen, wie eine Trance Deine Wahrnehmung beeinflussen kann.

Die Tiefe der Trance ist entscheidend

Je nachdem, ob Du Dich in leichter, mittlerer oder tiefer Trance befunden hast, sind diese Merkmale unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Und ein Trancezustand hat vielfältige Auswirkungen auf Körper und Geist, man spricht auch von psychischen und somatischen (körperlichen) Trancephänomene.

Wie fühlst Du Dich nach einer Trance?

Grundsätzlich fühlst Du Dich nach einer Trance tiefenentspannt und wohl, manche Klienten haben das Gefühl, geschlafen zu haben. Darüber hinaus gibt es viele weitere Merkmale, an denen Du erkennen kannst, wie sich Trancezustände auf Deine Wahrnehmung auswirken:

Welche Trancephänomene können entstehen?

Trancephänomene nennt man Reaktionen die nur in der Trance entstehen. Besteht keine Trance kann auch kein Trancephänomene hervorgerufen werden.

  • Analgesie / Anästhesie: gerade bei akuten oder chronischen Schmerzen ist die medizinische Hypnosetherapie sehr erfolgreich, so lassen sich in Trance Kopf- oder Rückenschmerzen lindern oder Schmerzen lassen sich sogar ganz abschalten (Zahnarzt)
  • Assoziation kann ein intensives „Hineingehen“ in eine erlebte oder fiktive Situation meinen. So kann sich etwa ein hypnotisierter Zahnpatient von der Behandlungssituation dissoziieren und sich an einen sicheren und angenehmen Ort assoziieren
  • Dissoziation: hierbei handelt es sich um eine Trance mit Bewusstseinsausblendung und um eine Trennung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisinhalten. Dissoziation meint darüber hinaus „Abspalten“, „Entkoppeln“, „Entfremden“ aus einem Erleben. So kannst Du zum Beispiel das Gefühl haben, das bestimmte Körperteile wie Arm oder Bein nicht zum Körper gehören. Oder Du hast gar das Gefühl, dass Du Dich außerhalb des Körpers an einem anderen Ort befindest
  • Hypnomotorik (Ideomotorik): hierbei handelt es sich um körperliche Bewegungen als Reaktion auf hypnotische Suggestionen, Körperteile bewegen sich zum Beispiel „wie von selbst“
  • Hypnotischer Schlaf: Du hast das Gefühl, geschlafen zu haben
  • Phantasiereisen: Du erlebst vom Therapeuten vorgegebene Träume und intensive Phantasien. Dabei erlebst die Vorstellungen sehr realistisch
  • Katalepsie: hier handelt es um einen in der Therapie bewusst hervorgerufenen Zustand des Verharrens in einer starren Körperhaltung, Du kannst bestimmte Körperteile oder den ganzen Körper nicht mehr bewegen. Zu unterscheiden sind Teilkatalepsien (einzelner Muskelgruppen – beispielsweise die Augenlider) und Ganzkörperkatalepsien
  • Körperwahrnehmung: in Trancezuständen nimmst Du Deinen Körper anders wahr als im Wachbewusstsein, Arme oder Beine erscheinen Dir zum Beispiel schwerer oder leichter, länger oder kürzer, dicker oder dünner oder Du nimmst einzelne Körperregionen gar nicht mehr oder nur noch undeutlich wahr
  • Tunnelwahrnehmung: Deine Wahrnehmung ist auf bestimmte Inhalte oder auf eine Wahrnehmungsebene wie zum Beispiel das „Hören“ eingeengt
  • Zeitlöcher: Du kannst Dich an die Trance oder an einzelne Phasen davon gar nicht oder nur in Teilen erinnern.
  • Zeitverzerrung: Du hast nach einer Trance kein richtiges Zeitgefühl mehr, Du denkst, die Trance hat länger oder kürzer gedauert als sie tatsächlich war
  • körperliche Veränderungen: Du kannst gezielt Körperorganfunktionen aktivieren oder hemmen. Durch hypnotische Trance ist es möglich Einfluss auf körperliche Prozesse zu gewinnen. Du kannst beispielsweise Stoffwechselprozesse im Rahmen einer Gewichtsreduktion beeinflussen und noch vieles mehr.

Es gibt noch viele weitere Trancephänomene, die oben genannten sind aber die Häufigsten. In der Therapie sind die Trancephänomene das Werkzeug des Therapeuten. Mit der Aktivierung der Trancephänomene kann der Therapeut bestimmte Wirkungen im Erleben des Patienten aktivieren und damit gezielt therapeutische Prozesse anstoßen.

In der SelbstHypnose erlernst Du Techniken um selbst gezielt Trancephänomene hervorzurufen. Das kann das intensivere Hineinversetzen in eine Prüfungssituation sein, um die Erfolgschancen zu optimieren oder das Ziel sein, beim Zahnarzt möglichst „weit weg“ in den Gedanken zu sein. Es gibt noch viele weitere Beispiele. Mal sehen, vielleicht berichte ich in den kommenden Blogpost noch weiter davon;)

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